Voltaire

Doch dass ein Kamelhändler in seinem Nest Aufruhr entfacht, dass er seine Mitbürger glauben machen will,
dass er sich mit dem Erzengel Gabriel unterhielte; dass er sich damit brüstet, in den Himmel entrückt
worden zu sein und dort einen Teil jenes unverdaulichen Buches empfangen zu haben, dass bei jeder Seite
den gesunden Menschenverstand erbeben lässt, dass er, um diesem Werke Respekt zu verschaffen, sein
Vaterland mit Feuer und Eisen überzieht, dass er Väter erwürgt, Töchter fort schleift, dass er den
Geschlagenen die freie Wahl zwischen Tod und seinem Glauben lässt: Das ist nun mit Sicherheit etwas,
das kein Mensch entschuldigen kann, … es sei denn, der Aberglaube hat ihm jedes natürliche Licht
( des Verstandes ) erstickt.

1740, Brief Voltaires an Friedrich den Großen.

Der Spiegel vom 22.12.2001 ”Der Glaube der Ungläubigen”
Quelle : http://michael-mannheimer.info

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